Samstag, 17. August 2013

Musikalischer Lebenslauf

Wenn ich schon eine Rubrik mit Musik habe, sollte ich vielleicht erst einmal von meiner musikalischen Vergangenheit berichten.

Es begann alles vor 16 Jahren. Meine Freundinnen wollten in der fünften Klasse unbedingt in den Chor gehen. Naja, wir waren eine Clique, was sollte ich machen? Ich ging also mit. Eine der besten Ideen meines Lebens. Ich entdeckte die Musik, speziell den Gesang, für mich und es machte mir sehr großen Spaß. Ich wurde dem „Sopran“ zugeteilt, sang bei Übungen aber genauso (heimlich) beim „Alt“ mit. 

Ein paar Jahre später, ich war gerade 15 Jahre alt, sprach ein afrikanischer, netter Herr in meinem damaligen Jugendclub eine Freundin an, ob sie singen könnte oder jemanden mit ein wenig Talent kennen würde. Das war der Start zu meiner ersten Band. Drei Jahre lang sang ich in dieser Band und machte mich vertraut mit dem Schreiben eigener Gesangstexte. Wir hatten einige kleine Auftritte auf Festen in Schwerin und waren auch beim Musikfestival in Prora auf Rügen. Meine Stimme fühlte sich in den tieferen Lagen am wohlsten. Das passte auch zu unserem Rock-/Pop-Stil. Es war eine tolle Zeit. Am Schluß nahmen wir noch eine CD mit drei eigenen Stücken auf, bevor wir uns dann aufgrund von beruflichen Entwicklungen trennten. 
Das größte Kompliment, das mir zu meiner Stimme je gemacht wurde, bekam ich im Alter von 17 Jahren von unserem Musikproduzenten Thomas Fink. Er sagte, meine Stimme klingt so soulig und rauchig, wie von einer farbigen Sängerin. Ich bin ihm noch heute dankbar dafür und zugegeben auch ein wenig stolz.

Ich zog für meine Ausbildung 2005 nach Neustadt in Holstein. Auf dem Betriebsgelände meiner Arbeitsstätte befand sich für geistig- und körperlich behinderte Menschen eine Musiktherapie. Es gelang mir durch Bekanntwerden mit dem Musiktherapeuten abends den Schlüssel für diese Räumlichkeiten zu erhalten. Dies war mein neuer Proberaum, in dem mir diverse Musikinstrumente zur Verfügung standen. Leider konnte ich diese kaum nutzen, da ich für das Lernen eines Instrumentes zu ungeduldig war und mich eher auf den Gesang konzentrierte. Ich konnte aus lautem Halse singen, allein oder zu medial unterstützter instrumentaler Begleitung (CD in Musikanlage).

In Neustadt i.H. lernte ich bald eine Band namens Cramb kennen, welche mit deutscher und englischer Pop- und Rockmusik auftrat. Ich bewunderte die Sängerin für ihre vielseitig einsetzbare Stimme. Von ihr erhielt ich bei regelmäßigen Treffen ein paar Tipps und lernte besser mit meiner Atmung umzugehen.

Meine Mama sehnte sich nach der Zeit in der sie mir bei Auftritten zusah und mitsang (ist sie nicht süß?) und schickte mir bald eine Zeitungsannonce, in der eine Sängerin für eine Coverband in Schwerin gesucht wurde. Nach einem erfolgreich absolvierten Casting war ich ein Mitglied der Band „Seven“. Ein Jahr lang studierte ich mit ihnen fleißig bekannte schöne und weniger schöne Gesangsstücke ein und trat einige Male auf. Unser größter Auftritt war auf einem Demoball im SiebenSeenCenter in Schwerin vor 500 Gästen. Mir widerstrebte es aber immer öfter Songs lernen und vortragen zu müssen, die mir nicht gefielen, nur weil sie dem vermeintlichen Publikum höchstwahrscheinlich zusagen würden. Somit schmiss ich dort nach einem Jahr das Handtuch.

Ein paar Tage später (im Jahre 2007) hörte ich durch Zufall aus dem Keller des Personalwohnheims, in dem ich während meiner Ausbildungszeit lebte, eine Band spielen. Neugierig gesellte ich mich zu den Musikern. Die Sympathie stimmt sofort und ich wurde schon bald ein Teil dieses Teams. Als Mitarbeiterband meiner Arbeitsstätte absolvierten wir einige Auftritte in Neustadt i.H. und Umgebung. Diese Konstellation hielt bis zu meinem Umzug ins Ruhrgebiet im Oktober 2011.

Seitdem ist es recht ruhig inpuncto Gesang. Abgesehen von täglichen Dusch-Accapella-Sessions oder Karaokebar-Besuchen mit Bekannten ist noch nichts weiter hier passiert. Aber was nicht ist, kann ja noch werden...